In eigener Sache: Musikexpress 10/11

•Oktober 1, 2011 • 2 Kommentare

Hier gibt es nochmal einen kleinen Überblick über die Rezensionen, die ich für die aktuelle Ausgabe beisteuern durfte. 3 an der Zahl. Four Tet (yesssss), Balam Acab und Roll The Dice.

Four Tet – Fabriclive 59

Schnipsel oder einzelne Tracks machen gerade hier wenig Sinn, deshalb ein kleines Interview-Video. Die Rezension war selbstredend höchst wohlwollend, das bleibt für mich eine der besten live-fabrics, die es bislang gibt. Eine Vorabbesprechung gab es vor 2 Monaten: Promo des Tages: Four Tet – Fabriclive 59

Balam Acab – Wander / Wonder

‚Greifbar ist hier gar nichts. Alles schwebt und fällt mit der Absicht sich auf diese Musik einzulassen und 36 Minuten mal ganz woanders zu sein‘, verzapfte der Schreiber. Unerwartet lange hat es bis zur Zündung gedauert, mittlerweile bin ich aber sehr angetan von den obskuren Mitternachtsgeschichten des Balam Acab’schen Albumdebuts.

Roll The Dice – In Dust

Kleiner Geheimtipp. Wobei klein bei einem Album dieser Breite als hübsche Untertreibung durchgeht. Über die Platte hört und liest man im prinzip wenig bis gar nichts, wirklich schade, gerade auf dem schwer verdaulichem Sektor eine echte Perle [/lameass Musikvokabel]. Auch hier gab es vor gut 2 1/2 Monaten schonmal einen Vorabbericht: Promo des Tages: Roll The Dice – In Dust

Wenn ich gerade so aus dem Fenster blicke und das Thermometer mir am 1. Oktober (!) etwas von 27° daherlumpt, will ich die beiden letztgenannten nochmal ausdrücklich für spätere und kühlere Abendstunden empfehlen.

27°….

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Coming soon: Space Dimension Controller – The Pathway to Tiraquon6

•Oktober 1, 2011 • 1 Kommentar

Space Dimension Controller war mir schon immer einer der sympathischsten aus der Riege Produzenten, die gerade erst der Kinderkrippe entstiegen sind. Das ist natürlich vor allem musikalisch bedingt, seine Space-Funk-Operetten grooven zwischen Ultracheesigem House und intergalaktischer Blaxploitation, ist aber auch in der komplett abgehobenen Biogaphie des eigentlich aus Nordirland stammenden R&S-Zöglings begründet.

Jetzt habe ich noch nichtmal meinen 2012-Kalender mit den schönsten Naturfotografien aus Schwaben und Umgebung, mache aber trotzdem mal einen provisorischen Vorfreude-Eintrag, nächstes Jahr erscheint das Debut-Album des Space Dimension Controller und damit alle auch wissen wiewarumweshalbwieso dieser tickt wie er tickt, erfahren wir in einem eigens dafür produziertem Miniprolog-Album (alleine das ist doch schon super) die Vorgeschichte um seine Reise aus der Zukunft, die Invasion einer Alienrasse und die mannigfaltigen Zufluchtsorte der Menschheit im 23. Jahrhundert.

Ich liebe es.

R&S spendierte mir dazu meinen bisherigen Höhepunkt in Sachen Promotext, den kann, will und darf ich niemandem vorenthalten:

The Pathway to Tiraquon6 is the prequel to the Space Dimension Controller debut album ‘Welcome To Mikrosector-50’ to be
released in 2012.
In the mid 24th Century, a cosmic accident caused Mr. 8040, the Space Dimension Controller, to spiral back through time to the
year 2009.
Over the past year, stranded in our time, and confined to his Electropod. Mr. 8040 has been preparing an account of the events
that led to the discovery of Mikrosector-50 and the creation of the Tiraquon6 security barrier. This is the story of the Pathway to
Tiraquon6.
In the year 2257 AD, Planet Earth was invaded by an alien race known as the Pulsovians. Having had no previous encounters with
a hostile alien race, the humans were completely unprepared for an invasion of this scale.
Using technology unique to their race, they drained the energy of the sun and as an alternative to living on a slowly dying
planet,they offered mankind the opportunity to work as slaves on their home planet, Cosmo30.
Though most took this opportunity, there was a small coalition of humans that sought to flee Earth and find a new home
somewhere in deep space. It was then that the Pulsovian leader, Xymah the Usurper, coordinated a surprise attack on the escape
vessels as they attempted to launch. Many vessels successfully escaped the attack and ventured deep into space, others were
destroyed, including that of the President of Earth and his cabinet.
For years, the last remnants of free man were confined to deep space with no government, no order and no hope. That was until
a security officer named Max Tiraquon offered to travel alone to neighbouring galaxies in an attempt to find a planet suitable for
human habitation. Just over a year into Max’s exploration, contact with his electropod was lost, it was thought he had been lost to
space.
Years later, an unidentifiable craft was detected on the radar of the main vessel. It was Max, he had used the fluorescent trails left
behind by his electropod to navigate his way back to the ship. Upon his return, he told of a planet in Mikrosector-50 of the deep
space grid with an atmosphere similar to that of Earth. The humans set a course to the planet immediately and on their arrival
began to plan the construction of their new home. Max founded the Tiraquon Security Council and construction began on the
Tiraquon Security Barrier, and a soldier named Mr. 8040 was appointed to patrol the the barrier. Mr. 8040 was made Deputy
Space Dimension Controller and for the following years successfully maintained order whilst Mikrosector-50 was constructed.
Until one day, whilst repairing a light beam in the Quadrasector of the barrier, Mr. 8040’s electropod almost slammed into the
beam. To escape certain death, Mr. 8040 activated the micron accelerator of his electropod, which inadvertently sent him back
through time to the year 2009…

Der Albumprolog ‚The Pathway to Tiraquon6‘ erscheint am 17. Oktober auf R&S und beinhaltet 11 Tracks, die musikalisch die oben zu lesende Story wiedergeben sollen. Glückend. Nach einem Durchgang kann ich nicht behaupten, dass sich irgendetwas an der Vorfreude ändern wird.

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In eigener Sache: Musikexpress 09/11

•August 28, 2011 • 2 Kommentare

Irgendwie bin ich immer noch nicht auf das mittlerweile 2 Monate alte Remix-Special eingegangen. Ab wann haben Tage nochmal 30 Stunden? Yarghs. Schaffen wir noch, wartet ja eh keiner drauf, den Druck spar ich mir also. Soweit erstmal noch der Hinweis auf die aktuelle Ausgabe des Musikexpress, in der wieder 4 Rezensionen von mir zu finden sind. 4 über die ich mich mal wieder sehr gefreut habe, ist doch vor allem wieder eines meiner großen Highlights dabei. Und natürlich das andere große Highlight. Geil. Sorry, aber da spiele ich gepflegt den Strahlemann und gib mich als Honigkuchenpferdimitat zu erkennen.

Unter den Texten 2 (namentlich Machinedrum und die Laid-Compilation) nachgeholte des Vormonats und eben 2 Platten, die ich wo es nur ging beworben habe und super super froh darüber bin, dass ich als chosen one meinen Senf dazu abgeben durfte. Clams Casino!!! und Blood Orange!!! (bekommt hier in nächster Zeit nochmal einen Extraartikel).

Das nutzt sich auch nicht ab, das liebe ich so daran. Das Gefühl, diese Zeitung aufzuschlagen und ganz egal ob es irgendeine Wurst da draußen interessiert, es ist MEIN Text, den ICH schreiben durfte, den tausende lesen können. Meine Empfehlung. Die mir ernst ist wie sonstwas. Das ist geil. Und ich bekomm davon einfach nicht genug. Das wollte ich nochmal gesagt haben.

Blood Orange – Coastal Grooves

Auf dem Blog habe ich abseits von ein bisschen getease noch gar nicht viel dazu gemacht, das wird sich (gerade jetzt nach Release) noch kräftig ändern. Leute, ihr müsst euch diese Platte kaufen.

Clams Casino – Instrumentals

Ganz im Gegensatz zu diesem Brocken of fucking amazing beats. Die Blog-Rezension dazu gibt es hier nochmal:

Review: Clams Casino – Instrumental Mixtape

Machinedrum – Room(s)

Müsste ich im gleichen ‚Coming soon‘ wie auch Blood Orange hier mal angesprochen haben. Naja, egal. Riesenalbum. Wird allerspätestens bei den Platten des Jahres nochmal fröhlig rumphilosophiert.

VA – Laid Compilation

Wer keine 12″ davon sein eigen nennt, greift zur kürzlich veröffentlichten Inventur des bisherigen Laid-Outputs. Groß!

Wie immer für ein paar Mark fuffzig im Spätkiosk euures Vertrauens zu erstehen.

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New: Lady Gaga/Wild Beasts & The Weeknd

•August 28, 2011 • 2 Kommentare

Komische Woche, irgendwie. Bloc Party sind wieder ‚da‘, ich hab 5 € in meinem Koffer gefunden UND als Krönung des ganzen die Champions League-Auslosung. Dortmund und Arsenal in einer Gruppe. So ganz hab ich das noch immer nicht verarbeitet. Mit etwas Glück (1% fehlt noch) halte ich Mittwoch 2 Karten in meinen Händen. Wuff.

Es gibt tonnenweise musikalisches zu berichten, das ist schon wirklich nicht mehr normal. Alleine in der vergangenen Woche hab ich 6 neue Alben bekommen, dazu ein undurchdringlicher Wust aus EPs und Singles. Mal schauen was davon so alles in den nächsten Tagen abgegrast werden kann.

Danke übrigens nochmal an jeden einzelnen Leser der Haldern-Abschlussarbeit. Jaja, aber trotzdem. Das war kein Ding von 10 Minuten Arbeit, umso erfreulicher, dass die Statistik mir stets gute Nachrichten vermittelt hat. Auch wenn direktes Feedback öfters ausblieb, das ist genau das was mich dazu motiviert weiterzumachen. Also yeah an euch und so. Bla.

Momentan bastel ich nebenbei noch an einem Nebenposten zu diesem Blog, der noch direkter vorgestellte Musik präsentiert bzw. ein perfektes Ventil für all das ist, was mir gefällt. Das wird aber noch eine ganze Ecke dauern. Dazu hab ich bald wieder Lust auf ein Label-Special und muss mich nur noch zwischen 3 Stück entscheiden. Und am Layout möchte ich ein bisschen drehen (besser auf einzelne Artikel zugreifen z.B.), da ich dafür aber zu blöd bin, gestaltet sich das noch etwas schwierig.

Erstmal ein paar Songs:

Dass die Wild Beasts momentan (also exakt jetzt in diesem Moment) die beste Band überhaupt ist, ließ sich vielleicht auch durch den Haldern-Text erahnen, zu schwer ist es die Platten momentan vom Teller zu bekommen, zu ‚woah‘ mein Gesichtsausdruck nach jedem Durchgang jeder Platte.

Auf der Suche nach weiteren Songs und Machenschaften (v.a. was Liveauftritte angeht) stolperte ich mit Karamba und Karacho über den kürzlich veröffentlichten Remix (!) zu ‚Yoü And I‘ von Lady Gaga (!). Ich hab mir das Album angehört, einmal. Einmal und nie wieder. Ist mir schier unbegreiflich warum Schlager, Autoscooter-Utzutz, Country (?) und der ästhetische Grundsatz diverser Hairmetalconventions nur durch den Aufdruck Lady Gaga wieder salonfähig gemacht wurden. Hört sich die Musik überhaupt jemand an oder wird jeder Rotz der ‚Stilikone‘ jetzt durchgewunken und aufs Podest gehoben? Ich meine, auf der ersten Platte gab es ja die Hits, die fand ich auch okay. Aber das hier? Dreck aus der Hölle. *schnauf

Worauf wollte ich eigentlich nochmal hinaus? Ach ja, der Remix. Das unhörbare Original wurde in ein zitterndes Balladenkorsett geschnürrt, das sich gar nicht lange mit den Lyrics aufhält, sondern genau die richtigen Vocalsamples rauspickt und eine komplett andere Atmosphäre schafft. Vor allem mit dem Piano, den flirrenden Sounds und den entfernt verhallenden Stimmen greift hier alles wunderbar ineinander.

Desweiteren stand vor knapp einer Woche der nicht sooo überraschende ‚Release‘ des The Weekend’sche Zweitlings an. Genau genommen wieder als Mixtape. Kostenlos. Der Typ muss Kohle haben. Oder eben doch nicht, weil er sich die Sampels kaum leisten kann. Schwierig. Über The Weeknd hab ich hier vor 3 Monaten schonmal kurz berichtet:

Klick > New: The Weeknd

Er singt und leidet sich durch dicke, verwobene RnB-Beats, hat dieses Mal sogar Drake selbst am Mikrophon (!), ist vom Storytelling her wesentlich konzeptionierter und mehr geradeaus, spielt mit dem Buzz und dem mysterious business rund um seine Person und hat schlicht und ergreifend wieder 8 1/2 dicke Tracks dabei. Klar, wenn er einen auf Rebecca Black macht und in ‚Thursday‘ alle Wochentage ableiert, ist das nur bedingt smart, trotzdem loht es sich erneut auch mal wieder auf die Texte zu achten. Ich steh drauf und das nicht zu knapp.

‚Thursday‘ ist jetzt der Mittelteil seiner Tape-Trilogie und wird dann wohl kurz vor dem kommenden Frühling abgeschlossen. Ich kann es kaum erwarten.

Bloc Party: Bloc Party 4.0

•August 24, 2011 • 1 Kommentar

Russel auf twitter vor 2 Tagen:

„On my way to Manhattan to meet up with 3 old friends…“

Und Heute:

„Wow, this mysterious guy can really play!“

Ich kann es nicht ändern, irgendwie macht es mich trotz allem sehr fröhlich.

Hier nochmal mein Interview mit dem jungen Mann am Schlagzeug oben:
Interview: Matt Tong

New: Motor City Drum Ensemble – DJ Kicks (Vinyl-Version)

•August 23, 2011 • 1 Kommentar

Hi!

Ich hab ja letztens noch über die Fabric-Live von Four Tet geschwärmt und in einem Nebensatz kurz reingehaucht, dass die DJ Kicks von Motor City Drum Ensemble ebenfalls ins heimische Regal gehört. Was die DJ-Kicks immer wieder besonders gut macht ist die eigentlich schwierig umzusetzende Vinyl-Version des ganzen.

Diese wird dazu genutzt immer knapp 2 Hände voller lizensierter Tracks als Komplettfassung auf 2 Platten zu pressen. Die Auswahl übernimmt der Künstler selber und Danilo Plessow hat einfach mal komplett ins schwarze getroffen.

Der Walter Gibbons Mix von ‚Arts & Crafts – I’ve Been Searching‘, ‚Sweet Power, Your Embrace‘ von James Mason oder auch ‚Stuck‘ von Peven Everett (<3). Bla bla, you get the idea. Im Prinzip sind alle meine Favoriten mit dabei, deshalb hab ich mir es nicht nehmen lassen am Samstag, bei einem rein zufälligen Besuch in Köln (*hust GAMESCOM *hust) einen meiner Lieblingsplattenläden A-Musik aufzusuchen und die Platten mitzunehmen. Für 17 € durchaus kaufenswert, zumal es keine vernünftige Möglichkeit gibt auch nur die Hälfte der Tracks irgendwie aufzutreiben.

Die über eine Stunde währende Vermählung von House, Dub, Funk, Soul und Disco ist ab sofort als kompletter Mix auf CD und wie erwähnt als Doppel-Vinyl mit 10 kompletten Tracks erhältlich.

P.S. Der obligatorische Exclusiv-Track von MCDE heißt 'L.O.V.E.', ist super (geschenkt) und erreicht Plattenläden als EP incl Dub. Nicht zu verachten ist auch der Remix von Kyle Hall (den man auch mal wieder live sehen könnte)

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Konzert: Haldern Pop Festival – 11.08.11 – 13.08.11

•August 17, 2011 • 5 Kommentare

Hinweis: Im nun folgenden Text geht es um viel musikemotionales Buhei, um eventuell nicht nachvollziehbare Äußerungen bezüglich der Vergnüglichkeit bei manchem Musiker, sexy gelbe Regentüten, hochmotivierte Stewards, sehr viel Liebe, Duschschnecken, halbtote Ohren, Überraschungen aus Bayern, noch mehr Liebe und unterschiedlich gute Pizza.

*lufthol

Das wird jetzt sehr, sehr, sehr lang, aber trotzdem, da müssen wir durch.

Haldern Pop 2011 – 11.08.11 – 13.08.11

 

Noch letzten Dienstag hatte ich nicht die geringste Ahnung über meine Teilnahme, ein mitternächtlicher Anruf bei einer mir unbekannten aber mutmaßlich verzweifelten jungen Dame eröffnete mir zum Glück doch noch die Möglichkeit mich vergleichsweise günstig als Partizipant des 28. Halderns zu behaupten und mit der Lisn nebst sympathischem Zweiergestirn ein güldenes Wochenende zu verbringen. Spontane Kaufräusche (u.a. sehr beliebte Marmelade und ein 10 €-Kinderklappstuhl mit Elchgesicht 😎 ) verfeinerten den schludrig gepackten Koffer (gefühlte 30 Shirts, die mehr Kostümwechsel als jedes Lady Gaga-Konzert nach sich zogen, 51 Socken, dazwischen Cornflakes und Ketchup, aber nichts wirklich für Regen..obwohl).

11.08.11

Laune hebendes war schon vor/während der Anfahrt fix ausfindig gemacht. Manch einer durfte seine 70 Millionen Shirts und Socken (aber nichts gegen den Regen) quer durch die Landschaft schleppen, weil der olle Koffergriff doch keine allzu hohe Lebenserwartung mitbrachte (argh), manch eine vergaß ihr Ticket daheim (das ist nicht lustig), manch eine fährt mutwillig über rote Ampeln und lässt es indirekt am Beifahrer aus (das ist lustig, auch wenn man der Beifahrer ist) und manche Menschen schlafen einfach nur.

Eine gepflegte Reviermarkierung inkl. professionellem Errichten der Schlafburgen hinter uns, ging es erstmals auf das Gelände. Selbst eine gute ¼ Stunde nach dem Erwerb wusste ich im Prinzip immer noch nicht was ich da gerade für Wertmarken erstanden habe bzw. was ich dafür bekomme. Egal, 20 € ärmer und der Musik näher.

Nun gibt es am Donnerstag erstmal nicht viel hauptbühniges, also gar nichts, um genau zu sein. Dieser Umstand zieht die komplette Aufmerksamkeit und Schlange Richtung Spiegelzeit, wer aber sein Zeitmanagement so legendär in Angriff nimmt wie wir, ist natürlich trotzdem sofort drin und freut sich (ich zumindest) schonmal sehr auf Yuck, meinen persönlichen Headliner des ersten Abends. Zuvor…

Retro Stefson

Wenn sie nicht gerade isländische Zeichentrickserien besoundtracken oder Quatschworte in Wummta Wummta-Melodien hüllen, scheinen sie für mich die perfekte Kreuzfahrtschiffanimateurband für gestresste Ü30-Partypeople zu sein. Hat Spaß gemacht, wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass bei denen viel mehr geht als das. Das schöne ist jedoch: Muss gar nicht. What you see is what you get. Die wollen gar nicht mehr, und das kauf ich ihnen ab. Denn auch wenn sie sich die ein oder andere Melodie sehr offensichtlich gemopst haben, um das erste Mal den Schweißduft seines Nebenmannes zu bemerken, war das ein anständiger Beginn.

Ben Howard

Der schlaue Zettel verrät nichts gutes. Yuck kommen noch nicht. Erst ist Ben Howard dran. Wer? Genau der. Ach, Leute. Gut, er war nicht komplett alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne und wehklagte ob der bösen Weiblichkeit, der Gemeinheit seiner Existenz oder den fehlenden Rabatten auf Flanellhemden, aber trotzdem. Hier stank alles nach Hütte im Wald und erst diese Stimme. Panik machte sich breit. Hielt ich das aus? Ich musste. Gruselig. Ganz gruselig. Die Instrumentierung rettete mich vor dem kompletten nervlichen Kollaps, sowas ist einfach nicht für mich gemacht, ganz freundlich formuliert. Ich sehnte mich nicht nur einmal nach den süßen Klängen eines walzenden Basses britischer Dubsteptracks oder der zierlichen Hymnen von Disco-Edits. Naja..

Yuck

Die Ellenbogen angespitzt ging es schnurrstracks Richtung vorderste Reihen, jetzt sollte ich natürlich für meine Schmerzresistenz belohnt werden. Mein schöne-Haare-Sensor ließ sich die Einladung des Schlagzeugers nicht 2x geben (sehr sehenswert), ansonsten bloß kein Wort zuviel verlieren, passt aber schon. Grundsätzlich mussten verzweifelte Tanzversuche dazu dienen mir selbst mit heftigen Wedelbewegungen eine minimale Restversorgung von Sauerstoff zu garantieren, es war so unerbittlich schwül in dem Kabuff, da ging nichts mehr. Der Auftritt war erwartungsgemäß trocken, laut und einfach geil. Sorgen um meine Lieblinge (‚Get Away‘ z.B.) musste ich mir nicht machen, so umfangreich ist die Diskographie ja nun auch wieder nicht. Meine Ohren bedankten sich allerdings bei der kurz vor Schluss gespielten B-Seite, die den HNO-Termin direkt mitvereinbarten. KrachKrachKrach. Mit Rubber dann der pefekte Abschluss. Spitze.

Und sonst so?: Schweiß, zerschredderte Trommelfelle und ‚ich kann nicht mehr‘ trugen mich ins Zelt, umziehen war angesagt, denn schließlich hatte ich 680 Trillionen Shirts und Socken dabei, aber nichts für den Regen. Zurück im Biergarten dann wieder ein Blick auf die Schlange vor dem Zelt. Einerseits denke ich mir wirklich ’selbst schuld‘, andererseits ist es eine Zumutung den Donnerstag recht exclusiv zu gestalten und manche Leute 4 Stunden anstehen zu lassen. Da muss man sich was überlegen und ein ‚das war schon immer so‘ kann mir gestohlen bleiben.

Für Julia Marcell (ihre Arme umgaben wirr ausschauende schleierähnliche Verwandte von realen Kleidungsstücken) und Anna Calvi (Highlight aus Mangel von musikalischer Relevanz für mich war das entledigen 2er Oberteile) reichte dann auch der Blick auf die Leinwand. Mit frischer Luft und Kaltgetränk gestaltet sich der Abschluss des ersten Abends recht versöhnlich. Die wiedervereinte Truppe gab sich irgendwann der Müdigkeit hin und versank im Schlaf. Schuld ist daran auch die 60 minütige Verspätung, die mich auch das Set von Coma gekostet hat. Mh. Ach ja, das Wetter war noch gnädig, geregnet hat es nur kurz, dafür zwang mich der Unterschlupf zu einer so mittel bis weniger guten Pizzaecke. Spannend, oder? Weiß ich doch.

Gute Nacht.

12.08.11

Gut ist gut, ab 5 hab ich dann auch ich mal ein Auge zubekommen. Noch immer rätseln wir darüber, ob uns jemand an die Zelte gestrullert hat. Offiziell begann der Samstag dann auch schon 3 ½ Stunden später. Mit vor allem 2 Dingen. Dem konsequenten einlösen einer Duschmarke (seriously, solch Luxus in den Kabinen kam unerwartet) und vor allem mit dem Gedanken an 17.25 Uhr. Wild Beasts! Wild Beasts! Wild Beasts! Alle anderen Pre-Vorabendkonzerte mussten darauf abgestimmt werden und die ersten Kompromisse schlichen sich erbarmungslos an. Zu gerne hätte ich die Antlers noch gesehen, aber nach der Vorabendschlange wurden die Bühnenhoppingpläne erstmal auf Eis gelegt. Destination Zelt.

Bodi Bill

Mein Powergedächtnis ist eigentlich sehr zuverlässig und misst sich regelmäßig mit den dicksten Elefentan in ‚ich packe meinen Koffer‘-Duellen (scheint nur nicht viel zu bringen, siehe 800 Gazillionen Shirts und Socken, aber nichts für den Regen), trotzdem ist mir völlig entfallen, dass die neue Bodi Bill-Platte noch vor einigen Monaten auf der to hear-Liste stand. Angenehme Erinnerung. Zwar wurden die Requisitenschränke des Fred Feuerstein-Musicals für den Auftritt ausgeräumt (Knochen, Felsbrocken..), aber gerade die ausufernden Instrumentalparts gegen Ende waren einfach schon viel eher meine Kragenweite. Ansonsten recht zackige Electropopwurschtelei, der das bisschen Extrawumms defintiv gut getan hat. Ist mir auf Platte dafür fast zu zahm. Mehr getanzt hätte ich durchaus, wenn ich nicht dank der 70° im Zelt sowieso schon zerlaufen wäre.

Jonny Flynn

Last man standing. Die restliche Truppe hat anscheinend noch nie was von den Wild Beasts gehört oder weigert sich ihren Status als famose Band anzuerkennen und verdrückte sich. Zeit für meine Mission ‚Gitter‘. Pro Auftritt eine Reihe nach vorne. Sah gut aus bislang. Da ist er, der Jonny. Jonny Flash hätte mir persönlich viel Spaß gemacht. Aber Spaß ist in diesem Textabschnitt so ungeheuer deplatziert. Same procedure as yesterday. Um das Objekt der Begierde bem musizieren zu betrachten, muss man wohl erstmal durch den Dreck kriechen. Da stand er nun. Alleine. Gitarre. In der Hand. Mit gläsernen Augen und Ohren auf Durchzug musterte ich die Umgebung ab, irgendwie musste ich mich ja unterhalten. Schau mal, die in Reihe 4 ist doch hübsch, denke ich mir. Der Blick wandert wieder auf die Bühne. Er spielt noch. Warum? Irgendjemand ruft Zugabe. Angst. Doch irgendwann ist auch das vorbei…

Wild Beasts

Wer meckern will, wo es nichts zu meckern gibt, erwähnt die 3 Mikroproblemchen, die den Soundguy sichtlich zur Verzweiflung brachten, mich aber überhaupt nicht störten. Also, jetzt sind wir doch mal ehrlich. Das war umwerfend. Wie großartig diese Stimmen live erst klingen. Ich meine, die haben ja 2 von denen. Gänsehaut und zitternde ungehaltene Hände meinerseits. Los ging es mit ‚Bed Of Nails‘, dann fiel mir bei ‚This Is Our Lot‘ plötzlich ein, dass das zweite Album doch viel viel besser ist, als ich es in Erinnerung hatte (mittlerweile liegt die Vinyl auf meinem Plattenteller und erfreut die Räumlichkeiten). Und dann bildete ich mir kurz ein, all dies passiere nur für mich. ‚The Devil’s Crayon‘, der erste Tonträger, den ich mir von ihnen vor gut 3 Jahren gekauft habe wurde angestimmt. Heidemarie. Dass das von vielen leider sträflich missachtete Debut überhaupt Erwähnung findet, hat mich nur noch gefreut. Wie eigentlich alles an diesem Auftritt. Leider nur 9 Songs, aber ich würde an der Setlist nicht allzuviel schrauben, hätte ich sie erstellen müssen. Übrigens habe ich dem anschließend erleichterten Sounddude noch eine für meine Setlistwand abschwatzen können 😎 [/fanboy] Die Höhepunkte türmten sich. ‚Loop The Loop‘, Still Got The Taste…‘, ‚Reach A Bit Further‘ (ich liebe diesen Song), ‚All The King’s Men‘ usw usf. Ein paar Besucher haben es richtig gemacht und sich schnell was zum in den Arm nehmen oder knutschen gesucht bzw. direkt mitgebracht. Wen das nicht hier drin (ich zeige auf mein Herz) getroffen hat oder sonstwie den Lebensapparat samt Seele durchknetete, der hat doch den Schuss nicht gehört. Und in 2 ½ Monaten kommen sie wieder! Nach Köln! Guess who’s got his ticket! Damn right! 😎

SoCalled

Da die Lisn wieder reinspazierte, konnte erlebtes erstmal diskutiert und bejubelt werden, für Hitze war auch keine Zeit mehr. Pause. Trinken. Seufzen. Was soll denn jetzt noch bitte kommen? SoCalled eben. Entweder hat mich mein Powergedächtnis wieder enttäuscht oder der Kerl ist mir komplett unter dem Radar entwischt. Was für eine Show. Ein jüdischer Rapper, der sich im Schlumpfshirt optisch zwischen Piet Klocke und George Costanza bewegt, dazu Sängerin und Schlangenbeeschwörer im Gepäck hat. Die absurdesten Reime schmettert, richtig dicke Beats vom Stapel lässt, zaubern kann und die Leute zum ausrasten bringt. Großartig! Großartig! Funktioniert sogar auf Platte, wenn auch in wesentlich ruhiger. Äußerst positive Überraschung und ordentlicher Kontrast zu den Wild Beasts. Die neue Platte ist vorgemerkt.

Dry The River

Über die nächsten Kollegen wusste ich rein gar nichts, schocken konnte mich nach Jonny Flynn jedoch eh nichts mehr und v.a. die Nachfolger hebten mich in unentdeckte Sphären des Glückes, ich nahm jetzt alles, zudem war die Lisn ja sehr erpicht auf diesen Auftritt. Nehmwamit. Das Koordinatensystem Folk/Pop war sogar sehr unterhaltsam, da überhaupt nicht schwerfällig oder mit Teufelsstimme vorgetragen. Auf ein Album kann ich trotzdem verzichten und 1x ist denke ich die genau richtige Anzahl was Konzerte von ihnen angeht. Einen kleinen Retroflash gab es dazu, der Typ ganz rechts von mir hat mir meine 2006-Frisur geklaut. Ach was.

Okay, 6 Stunden Zelt. Das darf es dann auch mal gewesen sein. Mit Luft, gehöriger Nahrungsaufnahme und vlt etwas zu essen gab es die große Reunion und der erste Hauptbühnenbesuch. Blablabla.

Okkervill River

Da bin ich jetzt der falsche Ansprechpartner. ‚Alle‘ waren begeistert, ich hatte Durst. War okay, die Songs vermochte ich nicht zu unterscheiden, aber manchmal ist’s ja auch ganz hübsch andere beim freuen anzuschauen. Alles in Ordnung. Mir geht’s gut. Euch auch? Euch auch. Sehr gut.

The Wombats

Entscheidungen mussten getroffen werden. Ein Teil der Gruppe will ins Zelt (die Lisn und ihre fixen Ideen), die andere die Wombats. Will ich das auch? Will ich was essen? Vermutlich, aber keine Zeit. Ich bleibe, mir geht’s gerade gut. So blieb es auch. Ciao, Lisn. 2 hier, 2 da. Und wir waren am Ende überrascht darüber wieviele Songs wir kannten, mit mehr als 2 hätte ich nicht gerechnet, es wurden aber mindestens 6. Schon komisch, was man in Clubs so alles aufschnappt ohne zu wissen woher es eigentlich kommt. Besonders abwechslungsreich sind die Songs ohnehin nicht, was aber auch das Bereitschaftslevel der Bewegung aufrecht erhielt. Gefiel. Der Typ vor mir hat sich übrigens als Mission gesetzt sein verschwitztes Hemd in mein Gesicht zu klatschen, aber die als tanzen getarnten Ausweichmanöver hielten mich trocken. Langer Tag.

Und sonst so?: The Antlers also verpasst, ansonsten hielt sich mein Interesse für den Rest des entgangenen in Grenzen, ein erfolgreicher Tag war es allemal (!Wild Beasts!) und die Ernährung könnte gar nicht gesünder sein. Wenn sich Ravioli, Ekelpizza, Gummibärchen, Kekse, serbische Bohnensuppen (!) und noch mehr Kekse die Klinke in die Hand geben, ja da fühlen wir die Pfunde purzeln. Ich hätte mich vielleicht etwas öfter umziehen können, schließlich hatte ich 5 Fantastilliarden Shirts und Socken mit, aber nichts für den Regen. Müde. Müde. Die sichtlich müde (wer hätte damit gerechnet) 2er-Gruppe sagte ciao ciao. Ab ins Auto, Kekse essen, den neuen Drums-Song hören, mehr Kekse essen. Wo die anderen sind? Wer weiß. Kommen schon wieder. Kamen sie auch. Gott sei Dank.

Gute Nacht.

13.08.11

Eine Blümchen Best-of aus weiter Ferne, eine Gitarrensession mit Bryan Adams und Britney Spears im Dauermedley. Es gab genügend Hürden auf dem Weg zum perfekten Schlaf, ein paar neuerworbene Ohrenstöpsel und ein sowieso schon demolierter Rücken (es fehlten ein paar Massagestände auf dem Gelände, dies pranger ich an) brachten locker 5 Stunden. Ein ergiebiges Frühstück und eine interessante Duschschnecke später der letzte Akt eines Wochenendes to remember. Wir freuten uns. Hauptbühne calling. Die Eckpunkte des heutgen Tages: Destroyer, James Blake, Warpaint (!).

Destroyer

Alex Winston gab es noch aus der Ferne, weil dann doch nicht viel los war, schlufften wir uns gemütlich auf die vordersten Plätze um Destroyer zu sehen. Gründe gab es ja. In letzter Zeit lief ‚Kaputt‘ immer öfter, auf die Liveumsetzung war ich dementsprechend echt gespannt. Nur das Ergebnis war leider ernüchternd und höchstens mittelgut. Neben ein paar Soundaussetzern schien vor allem die große Bühne überhaupt nicht das richtige für ihn zu sein. Die Songs bleiben klasse, geschenkt, aber an dem ganzen Rahmen passte höchstens die Uhrzeit. Schade eigentlich. Ein gutes Beispiel für Musik, die auf Platte deutlich mehr hermacht.

James Blake

Immer diese widersprüchlich widerspenstigen Gefühlswelten. Erstmal: Vorfreude. Gut 4 Monate ist es her, da stand ich schon im Berliner Berghain und musste dennoch wieder abziehen. Kein James Blake-Konzert. Dass verpasste Chancen nachgeholt gehören, haben mir die Crystal Stilts noch vor 2 Monaten gezeigt, jetzt also Mr. Blake, bei dem ich aber nachwievor den (jajajaja) guten alten Zeiten nachtrauer. Und nicht genau wusste, ob ich trotzdem meinen Spaß haben würde. Little did I know lag es nichtmal an ihm oder seinen Bühnenschergen, dass Spaß eine weniger präsente Assoziation bleiben würde. Fangen wir bei dem positiven an, ein strahlender Bub (ich) frohlockte als die ersten Töne von CMYK plötzlich zu mir kamen und spätestens beim Kelissample ‚look I found her – damn – red coat‘ war es um mich geschehen. Aaliyahs Part hat er dann selbst übernommen. Toll! Auch ‚Klavierwerke‘ wurde gespielt, sonst Krams vom Album (meh). Wäre ja genießbar gewesen, hätten sich die Soundmischer nicht als staatlich anerkannte Sprengmeister für mein Trommelfell ausgewiesen. Was zur Hölle haben sie sich denn bitte dabei gedacht und vor allem, wer findet das gut? Die Bassdrum war ein einziges Feuerwerk des Brummens, ein unerträglicher Pegel wurde quasi alle 5 Sekunden erreicht. Kapier ich nicht. Sehr enttäuschend, trotz CMYK.

 

 

Leidensgenossen waren u.a. auch die prinzipiell gut aufgelegten Stewards vor der Bühne. Besonders der Bursche vor uns zeigte höchsten Einsatz durch ungläubiges Kopfschüttelnn, anprobieren von roten Regentüten und ewig währendem Unverständnis ob des Musikgeschmacks der Festivalbesucher. Er konnte einem fast Leid tun.

Ach ja, Regentüte. Wie gut, dass ich neben 387 Onkillionen Shirts und Socken doch noch was für den Regen dabeihatte. Da Ästhetik gerade auf Festivalbesuchen für mich eine nicht greifbare Priorität mit sich bringt, stülpte ich mir im Bewusstsein meiner fortwährenden Grazie ein kleines, gelbes etwas über, das aus mehr als 10cm Entfernung sämtliche gelber Sack-look alike-Wettbewerbe gewinnen würde. Like a delicate flower. Es fühlte sich gut an. Benötigt wurde es spätestens jetzt, der Regen war wieder da und die unangenehmen Bundesligaergebnisse kamen ungefragt mit. Erfrischung musste her in Form der vielleicht größten Festivalüberraschung (für mich).

La Brass Banda

Wir fangen bei der Kleidung an. Das Shirt des äh Frontbläsers (mir fällt nichts besseres ein) ‚I like big butts‘ möge bitte mir gehören, den Dialekt kann er dafür gern behalten. Die Show war großes Kino. Was für sie vermutlich ein weiterer Tag im Büro war, hab ich so noch nicht erlebt. Zwischen den wirren Geschichten um den Auftritt auf einem Reggea-Festival und dem darauffolgenden Song der ‚Oli Poli and the Holy Fist Fucking Band‘ gab es über eine Stunde allerhand virtuoses an sämtlichen zur Verfügung stehenden Blasinstrumenten. Ich hab was anderes erwartet und wurde schlicht überrollt. Keine Sekunde Öderie, nur ‚Hits‘, ein Daft Punk-Cover (!), hervorragender Sound, verborgene Raptalente undundund. Kommen demnächst nochmal nach Münster und auch wenn die Preise recht happig sind, eine Überlegung ist es wert…hätt ich nie erwartet, hab ich das schonmal erwähnt?

Mutig sein war angesagt. Für mich galt es unter allen Umständen nochmal ins Zelt zu kommen um Warpaint zu sehen, wenn man aber schonmal in der ersten Reihe steht und auch das erste Album der folgenden Band noch im Regal hat, kann man es auch mal drauf ankommen lassen. All dies weiterhin stylisch den Regen abwehrend.

Wir sind Helden

Früh erworbene Sympathiepunkte durch LCD Soundsystems ‚Daft Punk Is Playing At My House‘ und dem A-Team Thema als Konzertintro, von denen die Helden sicher nicht zehren mussten, dafür war der Auftritt viel zu rund und meine Laune unmöglich zu verderben. Beflügelt von den Tanzleistungen meiner Nachbarin und den leuchtenden Augen 3er 9-jähriger (wie haben die es nach ganz vorn geschafft?) ratternten die ersten 4-5 Songs der ersten beiden Alben, einiges der neuen Platte und rein gar nichts von der dritten durch meine Gehörgänge. Problematisch waren die grandios nervigen Kameras und vielleicht auch mein Gewissen, aber hey, wir sind nur einmal jung. Die recht diffuse Radioansprache und merkwürdige Bewegungsabfolgen kratzten nur oberflächlich an der nächsten Überraschung.

Alles auf nichts, die Zugabe klang aus und unsere Füße trugen uns Richtung Zeltschlange, die noch gnädig bestückt war. Ich sagte ja, legendäres Zeitmanagement. Warpaint war die letzte große ‚muss ich sehen‘ des Festivals und ich war schwer daran interessiert zu erfahren in welche der 4 ich mich dieses mal verlieben würde. (Spoiler Alert: Es war Theresa)

Warpaint

Ein Schub Mensch nach dem anderen wurde in die Hallen gebeten, ein Schub Regen nach dem anderen wurde auf die Menschen geworfen. Wir wollen doch nur rein. Die Entwarnung war nicht weit entfernt, einen Becher Wasser (:cool:) teilend und der Begleitung kurz den Song erwähnend, auf den ich sehnsüchtig warte, ging es auch schon los. Mei, waren die putzig. Zu Lieblingssong ‚Undertow‘ gesellte sich das wundervolle ‚Composure‘, (der Anfang, das Ende), ‚Warpaint‘ sowieso. Ach, es ist immer das gleiche. Ich liebe den mehrstimmigen Gesang, die Gitarren, es passte einfach alles. Vor allem dürften sie niemals nie auf die andere Bühne. Kurz nach 10 am letzten Abend im Spiegelzelt, besser geht es nicht. Großartige Atmosphäre und (als ob ich sie wirklich gebraucht hätte) noch ein ‚Du cooler Typ, das war so eine gute Idee zu kommen‘ von mir für mich.

Tonnenweise Matsch hielten uns nicht von der triumphalen und mit einem seligen Lächeln begleitete Rückkehr ab, auf der Hauptbühne spielten immerhin meine Busenfreunde von den Fleet Foxes, die exakt einen großartigen Song haben und den Rest gerne ins Lagerfeuer geben können. Weil gerade alles funktionierte und u.a. mein leichtfüßiges über-den-Schlamm-stolzieren nicht mit einem Sturz goutiert wurde, lief der eben erwähnte Song ‚Mykonos‘ auch in voller Pracht direkt vor meinen Ohren. Den Rest gönnten wir uns komplett vereint von der benachbarten Pizzabank aus, die mit ihrem Gourmetprodukt für 3 € für eine amtliche Qualitätssteigerung zu abseitigen Pizzastückchen bot. Ist ja auch wichtig.

Ein letztes Mal teilten wir uns in 2 Gruppen auf um unterschiedliche Interessen zu verfolgen. Die eine stellte sich vor die Bühne um Explosions In The Sky auch zu sehen, die andere trank lieber noch etwas und erfreute sich am Zustand sitzen (zu welcher ich gehörte überlasse ich den ratenden Hirnen). Was aber nicht ewig anhielt, irgendwann musste jeder neugierige nochmal schauen wie die Herren auf der Bühne ihre Instrumente beackerten. Klang alles vorzüglich, von Soundproblemen keine Spur mehr. Es hat schon was sehr spezielles. Unter dem klaren Himmel, schon etwas müde, ein allerletztes Mal Musik hören und sehen, immer mit Gedanken ‚das war es‘. Einen anderen Gedanken, nämlich den Ticketkauf für das Haldern 2012 hab ich sicher nicht erst da getroffen, aber die ohnehin nicht erwünschten Zweifel gab es spätestens jetzt nicht mehr. Müde. Glücklich. Sehr glücklich.

Gute Nacht.

Was ich damit ausdrücken wollte: 3 Premiumtage inkl. dem abhaken mehrerer wichtiger Konzerte, dem kennenlernen neuer Premiumleute, einem neuen Modebewusstsein und großem Respekt für dem Berufsstand Steward und Bayer später kam ich wieder daheim an, packte meine 2 oder 3 T-Shirts und Socken aus (für den Regen hatte ich ja nichts mehr), mampfte den Rest meiner Cornflakes und schleuste mich das zweite Wild Beasts-Album kaufend irgendwie wieder ins normale Leben ein. Die Nachwehen spüre ich gelegentlich noch, wenn ich mich wundere nicht vor dem Badezimmer anstehen zu müssen.

Ich mag das Haldern.

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Schöne Grüße an Lisa, Sarah und Antonella.

Videos (nicht von mir)

Auftritte von der Hauptbühne werden Freitag und Samstag Nacht im WDR gezeigt.